Olympische Geschichte des Sportschießens

Viele Leute können den Gedanken des sportlichen Schießens nicht nachvollziehen, weil sie den Akt des Schießens mit Krieg und Gewalt gleichsetzen. Sie verstehen nicht, wie jemand Spaß daran hat, dies als Sport auszuüben. Schießsport ist jedoch nicht die einzige sportliche Disziplin, in der eine Waffe benutzt wird. Ebenso sind Degenfechten und Speerwerfen sportliche Tätigkeiten, welche aber weithin akzeptiert sind. Schießen erfordert eine exzellente Körperbeherrschung, welche durch körperliches und mentales Training erreicht wird. Schon 1896 bei den ersten Olympischen Spielen der Geschichte war Schießen eine olympische Disziplin. Damals fanden fünf Wettbewerbe mit Militärwaffen statt, drei für Pistole und zwei für Gewehre. Der Begründer dieser ersten Auflage der Olympiade war selbst begeisterter Sportschütze. Dies hat sicher dazu beigetragen, dem Sport einen Platz an diesem bedeutenden Anlass einzuräumen. Bis heute war das Schießen an jeder Olympiade mit Ausnahme von 1928 vertreten.
Bei der Betrachtung des olympischen Gedankens lässt sich feststellen, dass Schießen als Sportart gut dazu passt. Die Idee des sportlichen und vor allem friedlichen Wettkampfes ist bis heute der zentrale Gedanke der Olympischen Spiele. Schon in der Antike begann man, Personen aus allen Völkern zum friedlichen Wettstreit zusammenzuführen. In Homers "Ilias" kann man nachlesen, wie wichtig es damals war, der Beste zu sein und ausgezeichnet zu werden. Vor allem die griechische Aristokratie lebte danach, wovon der Kriegsadel einen großen Teil ausmachte. Ihr Lebensinhalt war "Agon", was waffentragende Männer im Krieg und gleichzeitig im sportlichen Wettkampf bezeichnete.
Im 6. Jahrhundert vor Christus gehörte die militärische Ausbildung in jedes Gymnasium, weil sie als wichtiger Teil der Allgemeinbildung anerkannt wurde. Dies zog auch nach sich, dass die Disziplin "Waffenlauf" schon früh ins olympische Programm aufgenommen wurde. Ein Wettkampf brachte immer Prestige für den Sieger mit sich, und um dies zu erreichen, wurde viel trainiert. Ein wichtiges Ziel war es zudem, den Körper zu trainieren und zu formen, damit die Götter geehrt werden.




